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Ein jeder Mensch braucht einen Ort zum Lieben - unter diesem Motto, einer Gedichtzeile von Eugen Drewermann, veranstaltete der Verlag “Leben in der Sprache” am letzten Sonntag im Mai ein Literaturcafè in der Bibliothek von Gerhard Marek, Waffenhammer. Gelesen wurden Gedichte von Calderon, Christine Lavant und Eugen Drewermann, sowie Briefe von Kafka (an Milena und Felice), Strindberg (an Frida Uhl) und Rilke (an Lou Salomè und die Fürstin von Thurn und Taxis). Außerdem brachte der Schauspieler und Rezitations-Experte Wolfram Gittel aufwühlende Passagen aus Strindbergs okkultem Tagebuch zu Gehör. Themen der Lesung waren Liebe und Trennung, Krieg und Versöhnung, Herzensfrieden und Verzweiflung. Auch perlenartige kurze Einzeltexte wurden eingestreut. Zum Beispiel, Auszug aus dem Tagebuch von Harriet Bosse, Strindbergs dritter Frau: “Strindberg legte seine Hände auf meine Schultern, sah mich tief und innig an und fragte: Wollen Sie ein kleines Kind mit mir haben, Fräulein Bosse? - Ich knickste und antwortete völlig hypnotisiert: Ja, danke.” Zweiundzwanzig Anwesende standen im Bann großer Dichterkraft.“Was ist Leben? Hohler Schaum, ein Gedicht, ein Schatten kaum. Wenig kann das Glück uns geben, denn ein Traum ist alles Sein, und die Träume selbst sind Traum.” Katerina Alevizou-Stutz rezitiert Calderon. Wolfram Stutz liest Briefe von Rilke an Marie Taxis: “Damals vergaß ich diesen Augenblick, er war in keiner Weise bestimmend für den ganzen Tag, aber jetzt steht er in seiner eigenen Stärke und Überlebenskraft in mir, als wäre er von einem höheren Grade des Seins gewesen. Was müsste aus einer einzigen solchen Erfahrung für endgültige Lebensverwandlung hervorgehen können!

Till Eulenspiegel-Waffenhammer-Presseck (links)

Literaturcafè 30.5.2010

Bibliothek von Gerhard Marek- Wolfram Gittel, G.Marek, Wolfram Stutz, Katerina Stutz

Auch sie bewegte das Steinachtal: K.Stutz

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