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05.07.09 Birgit Hächl im Salon

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Gäste im Gegenlicht: Rosalie Kühl, Ulrich Kuberski,Michael Asad, Edina Thern, Jürgen Dudzig Foto rechts: David Stutz

Birgit Hächl liest ihre Zuhörer in Trance! Mit ihrem Text “Und dann stand plötzlich die Zeit still” erreicht sie einen verblüffenden Effekt beim Publikum. “Allen gemeinsam war dieses Gerichtetsein auf den nächsten Augenblick, der nun verschoben schien.” Schriftsteller Michael Asad kommentiert enthusiastisch: “Ein Therapeut würde über diesen Text fünfzig Stunden reden.” In dieser aussergewöhnlichen “Erzählung mit Doppelleben” finden sich die seltsamsten und eigenartigsten Bilder der Starre, der Reglosigkeit, des absoluten Stillstands. Beispiel: “Unser Kater stand wie eine sonderbar geformte Skulptur aus Fell auf einem Hinterbein, den ganzen Körper gespannt erhoben, um einen Schmetterling zu haschen, der sich nur zwei Zentimeter vor seinem rosa Maul befand. Staunend ging ich um dieses Ensemble herum, betrachtete jede Einzelheit: die zarten Flügel des Schmetterlings, die ausgefahrene Kralle der Katerpfote, die gefrorene Gier in seinem Blick.” Später in der Fußgängerzone der Stadt findet sich folgende verrückte Szenerie: “Kinder waren in einem Hüpfer erstarrt, zwanzig Zentimeter über dem Boden. Einem schlampig aussehenden Mann schien ein unendlicher Bierstrahl in den Mund zu laufen.” Birgit Hächl bemerkt nicht erst an der wohlwollenden Resonanz am Ende, wie gut ihre Geschichte angekommen ist. Schon das konzentrierte Zuhören während des Textvortrags verschafft ihr einen besonderen Genuss: “Man fängt an, die Worte, die man liest, zu schmecken”, sagt die Autorin und dankt dem Publikum für die ausgezeichnete Aufmerksamkeit. Nach der Erstarrung folgt die dynamische Bewegung: In der Geschichte “Der kleine , rote Ball” laufen ein Mädchen, ein alter Mann, ein Bäckermeister, ein Polizist, ein Kaminkehrer und ein paar kleine Jungen dem Ball hinterher; erst will jeder den Ball für sich haben, am Ende spielen alle gemeinsam mit ihm. “Und wenn der kleine rote Ball hätte sprechen können, so wäre ihm das sicher recht gewesen.” Grundschullehrerin Christa Bach plädiert dafür, aus dieser reizenden Geschichte ein Kinderbuch zu machen. 

Fotos oben: Ehepaar Hächl; Inge Rasper und Christa Bach; Wolfram und Katerina Stutz, Marion Kasat und Rosalie Kühl

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