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5.April 2009, Dr.Eleonore Hohenberger zu Gast im Salon

Dr. Eleonore Hohenberger ist keine Verdrängungskünstlerin, im Gegenteil, sie packt Wahrheiten auf den Tisch, die scharf, schneidend und wenig schmeichelhaft sind für die eigene Person. Im Vorwort zu “Führer befiehl, wir folgen” erklärt sie, wie sie dazu gekommen ist, sich dieser Katharsis eines schonungslosen Selbstbekenntnisses zu unterziehen. Als sie nämlich von ihrer damals zwölfjährigen Tochter bezüglich der Konzentrationslager gefragt wurde: “Habt ihr das gewusst?”, musste sie antworten: “Ja, ich habe gewusst, dass im KZ Menschen wegen ihrer Rasse, ihrer Religion oder ihrem Widerstand gegen die Partei umgebracht wurden.” Daraufhin begann sie, ihre Rolle im politischen Drama des “Dritten Reiches” aufzuschreiben. “Ich wollte meinen Kindern zeigen, wie verführbar und manipulierbar unsere Generation gewesen ist”, heißt es im Vorwort. Über das Wort “Manipulation” wurde, nachdem Dr.Hohenberger zwei Kapitel aus dem Manuskript vorgelesen hatte, diskutiert. Da war zum Beispiel der Freund Funsi, ein Kind mit Wasserkopf. Die kleine Eleonore spielte mit ihm, sie war ein Engelchen und er der liebe Gott. Eines Tages verboten die Eltern ihr mit Funsi zu spielen: er sei krank, er sei ein Schwachkopf. Ist das Manipulation oder erzieherische Prägung? fragte man sich.

Auch junge Leute lauschten an diesem Nachmittag den Lebenszeugnissen von Dr. Hohenberger und zeigten sich beeindruckt. Christian Strauß aus Neustadt/Aisch (unten links mit David Stutz), Eugenie Becker aus Hof und Vinzent Stüdemann aus Bayreuth wohnten der Lesung bei. “Ich dachte nicht, dass ich so lange zuhören könnte, ohne abzuschalten”, sagte Vinzent später! Er kam aus Interesse, er rechnete mit Langeweile, doch er wurde angenehm überrascht. Eugenie Becker freute sich besonders darüber, dass sie von der Autorin nach ihrer Meinung gefragt wurde. Auf dem Foto rechts unten Wolf Dieter Hohe, der Autor des Romans “Von Geiern und Kolibris”, der mit seiner Frau Isabella zugegen war. Im Bild rechts neben ihm Ilse Pfitzner, von der einige meisterhafte Kalligraphien im Hause Stutz die Wände zieren. Foto links Mitte: Peter Ott aus Höchstadt/Aisch und Katerina Alevizou-Stutz

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